Zum OnlineBanking

Jubiläum eines Vorreiters:
Die VR-BürgerEnergie feiert ihr 15-jähriges Bestehen

Bei ihrer diesjährigen Generalversammlung hatte die VR-BürgerEnergie mehr zu feiern als ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Sie beging ihr 15-jähriges Jubiläum und hatte aus diesem Anlass einen prominenten Festrechner eingeladen.

Bevor jedoch Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern, im Sitzungssaal des Landratsamts ans Rednerpult trat, blickte Vorstandsmitglied Albert Rösch auf die Entwicklung der Energiegenossenschaft zurück. Als sie 2011 von zehn Personen gegründet wurde, gehörte die VR-BürgerEnergie zu den Vorreitern.

Inzwischen hat das Modell längst Schule gemacht als Teil der Energiewende, die sich in dieser Zeit vom ambitionierten Ziel zur gesellschaftlichen Notwendigkeit entwickelt hat, wie Rösch betonte. „Der Klimawandel ist längst Realität. Und die geopolitische Lage führt uns erneut unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern vor Augen.“ Umso wichtiger sei eine dezentrale, bürgernahe Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die es weiter auszubauen gelte. Gebraucht würden hierfür verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Festredner Gößl betonte die Alternativlosigkeit der Energiewende. Gleichzeitig sei sie aber „das komplexeste Projekt, das sich diese Gesellschaft jemals vorgenommen hat“. Und deshalb nicht kurzfristig zu realisieren, schon allein wegen des notwendigen Umbaus der Verteilnetze. Was er in der öffentlichen Diskussion vermisse, sei ein nüchterner Blick auf die Fakten und ein sachliches Abwägen von Vor- und Nachteilen, Kosten und Risiken verschiedener Energieträger. Von der Politik forderte der IHK-Hauptgeschäftsführer mehr Planungssicherheit für die Wirtschaft.

von links: Josef Spicker (Vorsitzender des Aufsichtsrates), Stefan Jörg, Dr. Manfred Gößl (Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern), Albert Rösch / 16. ordentliche Generalversammlung der VR-BürgerEnergie Landsberg eG / Sitzungssaal Landratsamt Landsberg

Freuen sich über die gelungene Jubiläums-Generalversammlung der VR-BürgerEnergie Landsberg eG: (v.l.:) Josef Spicker (Aufsichtsratsvorsitzender), Stefan Jörg (Vorstandsvorsitzender), Dr. Manfred Gößl (Referent), Albert Rösch (Vorstandsmitglied) | Foto: Christian Rudnik

Regionale Energiegenossenschaften wie die VR-BürgerEnergie waren nach Gößls Worten schon im frühen 20. Jahrhundert Vorreiter. Damals bauten Bürger und Betriebe zur Stromversorgung in ländlichen Regionen gemeinsam Wasserkraftwerke und verlegten sogar die Stromleitungen selbst. Heute gibt es dem IHK-Hauptgeschäftsführer zufolge bayernweit rund 400 eingetragene Energiegenossenschaften.

Die VR-BürgerEnergie hat im vergangenen Jahr ihre Kapazitäten weiter ausgebaut. In Reichling und Ludenhausen wurden zwei PV-Anlagen im selbst entwickelten Pachtmodell der VR-BürgerEnergie samt Speichern in Betrieb genommen, eine weitere derartige Anlage entsteht aktuell auf dem Dach einer neuen Kindertagesstätte in Schondorf.

Der Jahresabschluss 2025 weist einen Bilanzgewinn von knapp 170.000 Euro aus. Die 315 Mitglieder erhalten auf ihre Einlagen eine Dividende von vier Prozent. Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Stefan Jörg stehen hinter dem Erfolg viele Mitarbeiter, die sich neben ihren Aufgaben im Bankalltag ehrenamtlich um die Energiegenossenschaft kümmern.

Von den anwesenden 80 Mitgliedern wurden der Jahresabschluss und die vorgeschlagene Verwendung des Überschusses einstimmig genehmigt. Auch die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte ohne Gegenstimme oder Enthaltung. Zwei turnusmäßig ausscheidende Mitglieder des Aufsichtsrats – Josef Spicker und Anton Siefer – wurden einstimmig wiedergewählt.